Nichts


nach dem Roman von Janne Teller

 

Adaption, Bühne und Regie: Simon Dworaczek 

 

Fast über ein Jahr fern der Heimat, allein in Wien. Die Stadt taugte mir in den ersten drei Jahren meines Studiums ganz und gar nicht. Wien, ein großes Museum, alle Kräfte auf Erhalt gesetzt und lieber wird zu Boden geschaut als nach vorn. 

 

Das Studium trieb mich an meine damaligen Grenzen, ich vermisste meine Freundin, meine besten Freunde und fragte mich, ob das Regiestudium wirklich der richtige Weg für mich ist. War doch alles so ganz anders, wie ich es mir vorgestellt habe. 

 

Warum sollte ich weiter studieren? Warum soll ich mich permanent überfordern? Und warum sollte ich nicht einfach wieder zurück in die Heimat ziehen? 

 

„Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, etwas zu tun“, sagt Pierre Anthon am ersten Schultag nach den Sommerferien und verlässt den Unterricht. Seine Mitschüler bleiben geschockt zurück.

 

Außerstande, sich an ihm zu rächen, wollen sie ihm beweisen, dass es sehr wohl Dinge gibt, die eine Bedeutung haben. Doch diese Suche erweist sich als schwierig; angestachelt von Pierre Anthon steigern sie sich in eine Opferspirale, der zuerst die Lieblingsgegenstände, dann die anerzogenen Werte und schließlich sie selbst erliegen.

 

Pierre Anthon sitzt in jedem menschlichen Kopf. Doch durch die permanente Unterwerfung unter Konventionen und Denkmustern, das Streben nach Erfolg und Anerkennung und den Drang nach Besitz verdrängen wir die Frage, die er uns stellt. Es ist die Frage nach dem eigenen Sinn. Pierre Anthon konfrontiert uns mit der Sinnlosigkeit unserer Bestrebungen. Ohne moralische Wertung wirft „Nichts“ die Frage auf, was im Leben eigentlich wirklich wichtig ist. 

 

Mit Jeanne Marie-Marie Bertram, Maria Lisa Huber, Michael Köhler, Yannick Schöbi / Andrej Reimann

 

Premiere: Max Reinhardt Seminar, Februar 2015

Gastspiel: Festival TACT in Triest, Juni 2015